Architektur- und Sicherheitskonzept
Dienst: Home Assistant Remote
Stand: 11.07.2026
1. Ziel des Dienstes
Home Assistant Remote ermöglicht den sicheren Fernzugriff auf eine lokale Home-Assistant-Instanz, ohne dass am heimischen Router eingehende Ports freigegeben werden müssen.
Der Dienst stellt dafür eine verschlüsselte Tunnelverbindung zwischen der lokalen Home-Assistant-Instanz und der öffentlichen Remote-Adresse des Nutzers bereit.
2. Grundprinzip der Architektur
Die Verbindung wird nicht von außen in das Heimnetzwerk aufgebaut. Stattdessen startet das Home Assistant Add-on innerhalb der lokalen Home-Assistant-Umgebung eine ausgehende Verbindung zum HA Remote Server.
Dadurch bleibt das Heimnetzwerk von außen nicht direkt erreichbar.
3. Komponenten
3.1 Browser oder mobile App
Der Nutzer greift über eine persönliche Remote-Adresse auf Home Assistant zu, zum Beispiel:
https://deinname.home.ctech.media
Die Verbindung zwischen Browser und HA Remote Server erfolgt verschlüsselt über HTTPS/TLS.
3.2 HA Remote Server
Der HA Remote Server übernimmt die Vermittlung der Verbindung. Er ist zuständig für:
- Benutzerkonten
- Subdomain-Zuordnung
- Pairing-Codes
- Tunnel-Sitzungen
- Weiterleitung von HTTP- und WebSocket-Verkehr
- technische Fehler- und Statusprotokolle
- Bandbreiten- und Nutzungsstatistiken
Der Server speichert die übertragenen Home-Assistant-Inhalte nicht dauerhaft, sondern leitet sie nur zwischen Browser und Add-on weiter.
3.3 HA Remote Add-on
Das Add-on läuft lokal in der Home-Assistant-Umgebung des Nutzers. Es stellt eine ausgehende Verbindung zum HA Remote Server her und leitet eingehende Tunnel-Anfragen lokal an Home Assistant weiter.
Die lokale Weiterleitung erfolgt innerhalb der Home-Assistant-Umgebung, zum Beispiel an:
http://homeassistant:8123
3.4 Home Assistant
Home Assistant bleibt weiterhin im lokalen Netzwerk bzw. innerhalb der lokalen Home-Assistant-Umgebung des Nutzers. Es muss nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein.
4. Verbindungsaufbau
4.1 Registrierung und Instanzerstellung
Der Nutzer erstellt ein Benutzerkonto und legt eine Home-Assistant-Instanz mit gewünschter Subdomain an. Dabei wird ein zeitlich begrenzter Pairing-Code erzeugt.
4.2 Pairing des Add-ons
Der Pairing-Code wird im HA Remote Add-on eingetragen. Das Add-on verwendet diesen Code, um sich einmalig mit dem Server zu koppeln. Danach erhält es eigene Tunnel-Zugangsdaten.
4.3 Tunnelbetrieb
Nach erfolgreichem Pairing baut das Add-on eine ausgehende, verschlüsselte Verbindung zum HA Remote Server auf. Wenn ein Nutzer seine Remote-Adresse aufruft, wird die Anfrage vom Server der passenden Instanz zugeordnet und über den bestehenden Tunnel an das Add-on weitergeleitet.
5. Datenfluss
5.1 HTTP-Verkehr
Normale HTTP-Anfragen, zum Beispiel Dashboard-Seiten, API-Aufrufe oder statische Dateien, werden vom Browser an den HA Remote Server gesendet und von dort über den Tunnel an das Add-on weitergeleitet. Das Add-on gibt die Anfrage lokal an Home Assistant weiter und sendet die Antwort über denselben Weg zurück.
5.2 WebSocket-Verkehr
Home Assistant nutzt WebSockets für Live-Updates, Statusänderungen und interaktive Dashboards. Diese WebSocket-Verbindungen werden ebenfalls über den Tunnel vermittelt.
5.3 Streaming und größere Dateien
Statische Frontend-Dateien, Add-on-Oberflächen, HACS-Dateien, Medien- und Streaming-Endpunkte werden über einen Streaming-Pfad übertragen. Dadurch müssen größere Antworten nicht vollständig zwischengespeichert werden, bevor sie an den Browser gesendet werden.
6. Verschlüsselung
6.1 Browser zum HA Remote Server
Die Verbindung zwischen Browser und Server erfolgt über HTTPS/TLS. Dadurch sind Daten während der Übertragung gegen Mitlesen und Manipulation geschützt.
6.2 Add-on zum HA Remote Server
Auch die Verbindung zwischen Add-on und Server erfolgt über eine verschlüsselte ausgehende Verbindung. Der Tunnel wird vom Add-on initiiert. Es ist keine eingehende Verbindung in das Heimnetzwerk erforderlich.
6.3 Lokale Verbindung zu Home Assistant
Die Verbindung zwischen Add-on und Home Assistant findet lokal innerhalb der Home-Assistant-Umgebung statt. Diese Verbindung verlässt das lokale System nicht direkt.
7. Sicherheitsmaßnahmen
7.1 Keine Portfreigabe erforderlich
Da der Tunnel vom Add-on nach außen aufgebaut wird, muss der Nutzer keine Ports am Router öffnen. Das reduziert die Angriffsfläche erheblich.
7.2 Zeitlich begrenzte Pairing-Codes
Pairing-Codes sind nur kurzzeitig gültig. Dadurch kann ein alter oder versehentlich weitergegebener Code nicht dauerhaft verwendet werden.
7.3 Instanzbezogene Tunnel-Zugangsdaten
Nach dem Pairing erhält jede Instanz eigene Zugangsdaten für den Tunnel. Diese Zugangsdaten werden verwendet, um die lokale Instanz eindeutig dem Benutzerkonto und der Subdomain zuzuordnen.
7.4 Subdomain-Zuordnung
Jede Remote-Adresse wird serverseitig einer bestimmten Home-Assistant-Instanz zugeordnet. Anfragen werden nur an die passende gekoppelte Instanz weitergeleitet.
7.5 Keine dauerhafte Speicherung von Home-Assistant-Inhalten
Home Assistant Remote speichert keine Inhalte der übertragenen Home-Assistant-Kommunikation dauerhaft. Insbesondere werden nicht gespeichert:
- Sensorwerte
- Gerätezustände
- Kamerabilder
- Dashboards
- Automationen
- Benutzeraktionen innerhalb von Home Assistant
7.6 Technische Logs
Zur Fehleranalyse und Systemsicherheit können technische Logs gespeichert werden. Diese können enthalten:
- Zeitpunkt
- Subdomain
- HTTP-Statuscode
- Fehlermeldung
- IP-Adresse
- Instanzbezug
- technische Metadaten
Die Logs dienen ausschließlich Betrieb, Fehleranalyse und Missbrauchserkennung.
7.7 Schutz vor Header-Spoofing
Vom Browser kommende sicherheitsrelevante Proxy-Header werden bereinigt bzw. kontrolliert gesetzt. Dadurch wird verhindert, dass ein Client gefälschte Weiterleitungsinformationen an Home Assistant übergibt.
7.8 Bandbreiten- und Verbindungsbegrenzung
Der Dienst kann Verbindungs- und Bandbreitenlimits anwenden, um Missbrauch zu verhindern und die Stabilität des Systems zu schützen.
8. Authentifizierung und Zugriff
Der Zugriff auf die Verwaltung von Home Assistant Remote erfolgt über ein Benutzerkonto. Benutzer können nur ihre eigenen Instanzen verwalten. Administrative Funktionen sind auf Super-Admin-Konten beschränkt.
Home Assistant selbst behält weiterhin seine eigene Benutzer- und Rechteverwaltung. Der Dienst ersetzt nicht die Home-Assistant-Authentifizierung, sondern stellt nur den sicheren Transportweg bereit.
9. Risiken und Schutzmaßnahmen
| Risiko | Schutzmaßnahme |
|---|---|
| Offene Ports im Heimnetz | Keine Portfreigabe notwendig |
| Unbefugtes Pairing | Zeitlich begrenzte Pairing-Codes |
| Zugriff auf falsche Instanz | Serverseitige Subdomain- und Instanzzuordnung |
| Manipulierte Proxy-Header | Bereinigung und kontrolliertes Setzen von Headern |
| Große oder blockierende Antworten | Streaming-Übertragung |
| Missbrauch der Infrastruktur | Logs, Limits und administrative Sperrmöglichkeiten |
| Datenabgriff auf Transportweg | TLS-verschlüsselte Verbindungen |
10. Datenschutzprinzip
Home Assistant Remote arbeitet nach dem Prinzip der Datenminimierung. Der Dienst verarbeitet nur die Daten, die für Betrieb, Sicherheit, Fehleranalyse und Benutzerverwaltung erforderlich sind.
Die eigentlichen Inhalte der Home-Assistant-Kommunikation werden nur vermittelt und nicht dauerhaft gespeichert oder ausgewertet.
11. Zusammenfassung
Home Assistant Remote stellt einen sicheren Remote-Zugriff auf lokale Home-Assistant-Instanzen bereit.
Die Architektur basiert auf einem ausgehenden, verschlüsselten Tunnel. Dadurch bleibt das Heimnetzwerk von außen nicht direkt erreichbar, und es sind keine Portfreigaben am Router erforderlich.
Der Server vermittelt Anfragen zwischen Browser und lokaler Instanz, speichert jedoch keine Home-Assistant-Inhalte dauerhaft. Sicherheitsmechanismen wie Pairing-Codes, instanzbezogene Tunnel-Zugangsdaten, HTTPS/TLS, Header-Bereinigung und technische Schutzlimits reduzieren die Angriffsfläche und erhöhen die Betriebssicherheit.